Klassenregeln

(Programm zum eigenverantwortlichen Denken)

Ziel dieses Konzeptes ist es, Unterrichtsstörungen entgegenzuwirken und Kinder zu eigenverantwortlichem Denken und Handeln anzuregen. Durch das Programm wird die Eigenverantwortung des Schülers/der Schülerin erhöht und eine ruhige und sachliche Reaktion der Lehrerinnen auf Störungen eingeübt. Es gilt, die Rechte anderer zu akzeptieren.
Leitgedanke des Programms:


Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.
Lehrerinnen und Lehrer haben das Recht, ungestört zu unterrichten.
Alle müssen stets die Rechte der anderen beachten und respektieren.


Dazu werden Regeln erarbeitet.
Regeln sind wichtig und unerlässlich für das Zusammenleben in Familie und Schule. Sie geben Kindern Orientierung und Sicherheit. Regeln setzen Grenzen, vermitteln aber auch innerhalb dieser Grenzen Klarheit und Zuverlässigkeit.
Folgende Klassenregeln gelten in allen Klassen – mit Ausnahme der 1. Schuljahre, die Schritt für Schritt an diese Regeln herangeführt werden:

1. Ich arbeite konzentriert und leise.
2. Ich bleibe auf meinem Platz sitzen.
3. Ich bin aufmerksam und arbeite mit.
4. Ich melde mich, wenn ich etwas zu sagen habe.
5. Ich verhalte mich freundlich und rücksichtsvoll.
6. Ich achte das Eigentum anderer.
7. Ich folge den Anweisungen der Lehrerin.


Die Einhaltung dieser Regeln erreichen die Lehrerinnen nach diesem Programm durch einen festgelegten Frageprozess an den störende Schüler/die störende Schülerin:

1. Was machst du?
2. Gegen welche Regel verstößt du?
3. Willst du jetzt weiter am Unterricht teilnehmen, ohne zu stören?
4. Wenn du wieder störst, wohin gehst du dann?


Durch die Fragen wird nicht nur der betroffene Schüler/die betroffene Schülerin aufmerksam und ruhig, sondern meistens auch die übrigen Kinder der Klasse. Erst durch das bewusste Nennen des Regelverstoßes wird dem Kind klar, dass sein Verhalten eine Störung darstellte.
Bei einer 2. Störung werden die Fragen 1-4 nicht mehr gestellt. Die Lehrerin notiert jetzt die Störung und fordert den störenden Schüler/die störende Schülerin auf, sich an den „Tisch zum Nachdenken“ zu setzen.
Dort erhält der Schüler/die Schülerin Gelegenheit, einen Plan zu entwickeln und aufzuschreiben, wie das störende Verhalten abgestellt werden kann. Anschließend wird der Plan mit der Lehrerin besprochen. Die Teilnahme am Unterricht wird fortgesetzt, versäumter Unterrichtsstoff wird zu Hause nachgearbeitet.
War ein Schüler/eine Schülerin 3x am „Tisch zum Nachdenken“, werden die Eltern schriftlich über die Störung informiert, nach dem 5. Mal erfolgt ein Elterngespräch.
In den Klassen, die das Programm erprobt haben, war sehr schnell eine deutlich ruhigere und entspannte Arbeitsatmosphäre zu spüren, Unterrichtsstörungen kamen immer seltener vor.
Lehrerinnen und Kinder gaben durchweg positive Rückmeldungen.
Bei der Durchführung des Programms sind wir auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen.